Januar, 2016

Idiotentest nach Trunkenheitsfahrt

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Die Folgen einer Trunkenheitsfahrt sind gerade nach den zurückliegenden Feiertagen ein aktuelles Thema. Leider unterschätzen viele Betroffene die Folgen einer von Trunkenheitsfahrt und holen keinen anwaltlichen Rat ein, da sie der Auffassung sind, dass man hier ohnehin nichts machen könne. Infolgedessen bemerken sie erst nach einer Verurteilung im beschleunigten Verfahren, was sie unterlassen haben, um schnellstmöglich wieder im Besitz des Führerscheins zu gelangen.

Nach der Fahrerlaubnisverordnung muss ein Fahrer nach einer Trunkenheitsfahrt mit einem Blutalkoholwert ab 1,6 Promille oder ein Wiederholungstäter auch schon bei einem geringeren Blutalkoholwert erfolgreich eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU oder sogenannter Idiotentest) absolvieren, um wieder in den Besitz einer Fahrerlaubnis zu gelangen.

Zwischenzeitlich wurden die Bestimmungen in unterschiedlichen Bundesländern wie z.B. Berlin verschärft, wo bereits ab einem Blutalkoholwert von 1,1 Promille eine MPU angeordnet wird. Jüngst hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof sogar noch einen draufgelegt und entschieden, dass unabhängig von der Höhe der festgestellten Blutalkoholkonzentration nach jeder strafgerichtlichen Entziehung der Fahrerlaubnis wegen der Teilnahme am Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss ein medizinisch-psychologisches Gutachten von der Fahrerlaubnisbehörde gefordert werden kann (BayVGH, 11 BV 14.2738).

Die Anforderungen, um die medizinisch-psychologische Untersuchung zu bestehen, sind mit den Jahren immer umfassender und strenger geworden. So wird unter bestimmten Umständen von der Begutachtungsstelle der Nachweis gefordert, dass der Fahrer nach der Trunkenheitsfahrt 12 Monate abstinent lebte. Leider gehen aber viele Fahrer immer noch sehr blauäugig in die medizinisch-psychologische Untersuchung.

Auf die Untersuchung muss sich der Betroffene jedoch sehr gründlich und vor allem langfristig vorbereiten. Hierzu reicht es weder aus, im Internet zu recherchieren, noch auf Erfahrungen Bekannter und Freunde zu vertrauen. Die Vorbereitung muss sofort nach der Trunkenheitsfahrt begonnen werden. Dazu sollte man sowohl anwaltliche Hilfe als auch die Hilfe eines Verkehrspsychologen in Anspruch nehmen. Anderenfalls bestehen kaum Chancen, nach dem Idiotentest seinen Führerschein wieder zu erlangen.

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